Schloss Johannisberg

Der Riesling

Riesling Riesling ist nicht nur eine handwerkliche Herausforderung für den Winzer, sondern eine facettenreiche Rebsorte, die in ihrer einzigartigen Kombination von Säure und Extrakt immer wieder mit neuen Varianten und Finessen überrascht. Die Stärken der Johannisberger Rieslinge liegen in der Kombination aus feinen, eleganten Nuancen und der geschmacklichen Harmonie unterschiedlichster Aromen von würzigen Kräutern über Zitrusfrüchte bis hin zu süßen, gelben Früchten. Dazu kommen das finessenreiche Spiel der prononcierten Säure und der eleganten mineralischen Noten; eine unverwechselbare Charakteristik der exponierten Weinberglage. Rieslinge aus dem Johannisberger Schlosskeller sind authentisch und erlauben eine Vielfalt an Stilen, die von trocken bis edelsüß reichen und auch mit niedrigen Alkoholgraden geschmacklichen Glanz, Eleganz und Aromenreichtum ins Glas bringen. Doch die Rieslinge zeigen sich in ihrer ganzen Größe nur demjenigen, der sich nicht mit dem ersten Schluck zufrieden gibt. Denn kosten ist zu wenig, Johannisberger Riesling will ausgekostet werden, verlangt nach Aufmerksamkeit, um die Feinheiten der Struktur und Mineralität und das harmonische Zusammenspiel der Fruchtaromen zu erfassen. Und Johannisberger Rieslinge brauchen Zeit, um ihre wahre Größe und einzigartige Eleganz entfalten zu können. Die Unterschiede der Rieslinge von Schloss Johannisberg zu entdecken und ihrer geschmacklichen Botschaft auf die Spur zu kommen, ist eine der spannendsten Herausforderungen, die der Rheingau zu bieten hat. Johannisberger Riesling ist kein kurzlebiger Modewein, sondern ein unendlicher Mythos, der in seiner erfrischenden Vielfalt nachhaltig begeistert.

Über die Herkunft des Rieslings ist immer wieder gerätselt worden. Manche glauben, in ihm eine bereits beim römischen Schriftsteller Plinius genannte Sorte zu erkennen, andere sehen in König Ludwig dem Deutschen (843 bis 876) denjenigen, der die Rebe am Rhein pflanzen ließ, und wieder andere Experten vermuten im Riesling die Variation einer germanischen Wildrebe. Im Weinbaulexikon von 1930 steht zum Thema Riesling kurz und bündig: „Heimat: Deutschland. Wahrscheinlich ein Sämling aus dem Rheingau.“ Bahnbrechend für den Siegeszug des Rieslings im Rheingau ist das Weingut auf dem Johannisberg; 1720 werden in den Weinbergen der alten Benediktiner-Abtei 294.000 Riesling-Reben gepflanzt. Eine Initialzündung, die den Kellermeister Odo Staab notieren lässt: „In dem ganzen Rheingau darf keine andere Traubensorte zur Verfertigung der Weine gepflanzt werden, als nur Rüßlinge.“ 1775 wird im damaligen Kloster Johannisberg die „Spätlese“ entdeckt, das Datum markiert den Beginn einer „geplanten“ späten Lese von edelfaulen Trauben. Gerade die edelsüßen Rieslinge sind es auch, die der Rebsorte in ganz Europa Ruhm und Image einbringen und an keiner königlichen, kaiserlichen, zaristischen oder fürstlichen Tafel fehlen. Zusammen mit den weißen und roten Burgundern und roten Bordeaux-Weinen bilden sie bis Anfang des 20. Jahrhunderts das Quartett der berühmtesten und teuersten Weine der Welt. Bis heute steht in manchen Anbaugebieten der Neuen Welt der Name „Johannisberger“ als Synonym für den Riesling.