Schloss Johannisberg

Presse

19.02.2004

FÄSSER AUS DEM EIGENEN SCHLOSSWALD

Der historische Weinkeller der Domäne Schloss Johannisberg im Rheingau, erbaut zwischen 1716 und 1721 über der 900-jährigen weltberühmten „bibliotheca subterranea“, ist auch heute noch einer der beeindruckendsten Holzfasskeller.

Hier lagern seit 3 Jahrhunderten Halbstück, -Stück– und Doppelstückgebinde, in welchen die großen Rieslinge der Domäne bis zur Flaschenreife ruhen und ihren terroirgeprägten, mineralischen Frucht- und Guts-Charakter vollenden.
Erstmals in der Geschichte werden nun einige Fässer ergänzt, aus 100-jährigen Eichen des eigenen Schloss–Forstes, herangewachsen an den Südhängen des Taunusgebirges.
Ähnlich dem Güteband für „Erste Gewächse“ des Rheingaus kennt die Forstwirtschaft klassifizierte Waldflächen. Der schlosseigene Forst zählt auf Grund seiner idealen Bodenbeschaffenheit und der Witterungs– und Wachstumsvoraussetzungen zu den hochwertigsten Waldflächen im Rheingau. Hier stehen vorwiegend Eichen, Buchen, Kastanien u.a. in einer harmonischen Symbiose mit der Natur.
In Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung und der renommierten Küferei Hösch wurden am 18. Februar 2004 25 Festmeter ausgesuchter Eichen geschlagen, deren Holz, fachgerecht geschnitten, bis zum Jahre 2008 im Spätlesereiterhof der Domäne Schloss Johannisberg offen zur Ausreife aufgestapelt liegen wird. Danach entstehen Halbstückfässer für den Rieslingkeller der Domäne sowie weitere Barriquefässer für die Assmannshäuser Spätburgunderweine des Weingutes G.H.von Mumm. Mit dieser sinnvollen Maßnahme werden eigene Ressourcen genutzt, heimisches Rheingauer Edelholz den sonst üblichen französischen Eichen bewusst vorgezogen.
Hans Hösch, der Küfermeister und Arno Gietz von der Forstverwaltung der Domäne begutachten eine rund 120 Jahre alte Eiche. Auswahlkriterien sind ein gerader Wuchs und nur geringe Verastungen.
Die edle Steineiche wird gefällt ...
... und von einem "Ardenner" (einem Kaltblutpferd) zum Holzsammelplatz gezogen.
Im Anschluss wird der Baum entrindet und der Splint mit einer Axt enfernt.
Danach werden die Fassdauben im Spiegelschnitt gesägt.
Das Holz muss nun 4-5 Jahre abgelagert werden, bevor es zur Fassherstellung verwendet wird.
Und so sieht ein Eichenfass aus, das sich hervorragend für die Reifung der Assmannshäuser Spätburgunder Rotweine eignet.

« zurück zur Übersicht