Schloss Johannisberg

Presse

12.03.2012

Der Zauberberg im Rheingau

"Der Zauberberg im Rheingau", so schreibt Romana Echensperger in ihrer Weinkolumne, erschienen in der Frankfurter Rundschau am 10. März 2012.

"Schon Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich Heine liebten das Schloss Johannisberg.

Wer einmal mit deutscher Weingeschichte in Berührung kommen möchte, sollte den Johannisberg mitsamt Schloss in der Nähe von Rüdesheim im Rheingau besuchen.

Über keinen anderen Weinberg gibt es so viel zu erzählen wie über diesen, der so majestätisch über dem Rhein thront. Hier wird schon seit dem Jahre 1100 Wein angebaut, hier wurde die erste Spätlese geerntet und der erste Eiswein gekeltert. Goethe war ständig zu Gast und Heinrich Heine widmete dem Berg das Zitat: "Mon Dieu, wenn ich nur so viel Glaube in mir hätte, um Berge versetzen zu können, der Johannisberg wäre just derjenige Berg, den ich mit überall nachkommen ließe."

Wein mit Kraft und Struktur
Auf dem Berg thront das imposante Schloss, das einst Fürst Metternich errichten ließ und das heute der Familie Oetker gehört. Die Familie hat das Weingut liebevoll restauriert und hält es bis heute in Stand. Wer über den Wirtschaftshof der nach Süden ausgerichteten Windrose folgt, ereicht den Aussichtspunkt. Von dort hat man einen atemberaubenden Blick - und plötzlich wird sonnenklar, warum es in der Literatur den Begriff "Rheinromantik" gibt.
Auf dem Johannisberg kann man jedoch nicht nur Geschichte erleben, schließlich ist das Weingut kein angestaubtes Museum. Hier wird gearbeitet. Ein renommiertes Team aus Kellermeister, Weinbaudirektor und Domäneverwalter sorgt dafür, dass heute wie damals erstklassige Weißweine entstehen. Man erkennst sie an den klar definierten Aromen, der schlanken Struktur und der ernormen Kraft, die sich elegant durch den Wein zieht.
Der Johannisberg fällt steil nach Süden hin ab und fängt deshalb jeden Sonnenstrahl ein. Die Rebwurzeln können sich tief im kargen Taunusquarzit vergraben, der für eine ausgeglichene Versorgung der Pflanzen sorgt. Es ist dieses einmalige Zusammenspiel zwischen Topographie und Boden, das es dem Berg ermöglicht, auch den weniger guten Jahren gute Weine abzuringen. Auch deshalb wird der Johannisberg von den Mitarbeitern liebevoll Zauberberg genannt.
Der rührige Kellermeister Gerd Ritter ist dafür verantwortlich, dass die gute Traubenqualität optimal verarbeitet wird. Es sind in den vergangenen Jahren einige Neuerungen eingeführt worden, doch auf die alten rheinischen Fuderfässer, in denen die Weine im stets kühlen Schlosskeller vergoren werden, will man nicht verzichten. Denn die teilweise 100 Jahre alten Eichenfässer lassen den Riesling während des Ausbaus nicht nur atmen; in jedem Fass hat sich eine eigene Hefekultur entwickelt. So entsteht bei der Vergärung des gleichen Grundweines in jedem Fass ein etwas anderer Geschmack, der nachher beim Verschneiden für noch mehr Komplexität sorgt.
Der dynamische Domänenverwalter Christian Witte leitet heute die Geschicke des Weingutes und hat nach einer qualitativen Schwächephase in den 1990er Jahren das Gut wieder an die Spitze geführt. Für ihn ist es wichtig, nicht in der Geschichte zu erstarren, sondern den vitalsten Teil herauszunehmen und in eine lebendige und moderne Zukunft zu führen.

Auf dem Weingut gibt es eine Gutsschänke und einen Laden, in dem alle Weine probiert und erworben werden können."

Artikel der Frankfurter Rundschau

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